Fediverse regional: esslingen.social

Fediverse regional: esslingen.social

mastodon.netzwissen.de

Immer mehr Menschen und Organisationen suchen nach Alternativen zu den von amerikanischen Tech-Oligarchen beherrschten Digitalplattformen. Was sich dort "sozial" nennt, ist eine globale Werbe- und Manipulationsmaschine mit Suchtpotential. Algorithmen und Ki-generierter Daten-Schlamm ("AI slop") verzerren Wirklichkeit und Wahrnehmbarkeit. Sie belohnen emotionale Extreme statt Gemeinsamkeiten zu schaffen. Diese digitale Toxizität hat gesundheitliche Folgen für Menschen und für Gesellschaften. Digitale Plattformen unter Kontrolle von Big-Tech-Monopolen und die Konzentration von Manipulations-Macht sind Gesundheits- und Demokratie-gefährdend.

Alternative soziale Medien sind unabhängig von globalen Konzernen. Sie arbeiten regional und dezentrai, daten-sparsam und sind trotzdem global vernetzt. Ihre Funktionsweise ist menschenfreundlich, die Technik "open source" und für jedermensch einsehbar. Alternative soziale Medien erreichen keine Milliarden "Follower". Aber Millionen echter Menschen mit echten Interessen. Ihre Bedeutung wächst nicht explosiv, sondern organisch und langsam. Hier geht es um persönliche Interessen und handgemachte Inhalte, nicht um manipulative Zahlenspiele. Mit Kontrolle über Daten und Medien und mit "Impact" bei richtigen Menschen statt algorithmisch aufgeblasener "Follower-Zahlen".

Unter der Adresse https://esslingen.social wurde eine neue regionale Mastodon Instanz gestartet (sie wird später vielleicht esslingen.social heissen). Sie richtet sich primär an Menschen und Communities aus der Region Esslingen. Selbstregistrierung ist möglich, aber neue Konten werden von der Moderation freigegeben. Der Betrieb ist vorerst experimentell, über einen Dauerbetrieb und ein Finanzierungsmodell wird zu gegebener Zeit entschieden.

Videokonferenzen in Discourse

Videokonferenzen in Discourse

Seit letzter Woche ist der Videokonferenz-Server https://meet.netzwissen.de wieder aktiv. Gäste und Communities auf @netzwissen.de können dort Videokonferenzen in kleinem Umfang (bis ca. 10 Personen) durchführen. Zum Start einer Konferenz braucht der Gastgeber ein Moderator-Passwort. Passwörter gibt es auf Anfrage über das Kontaktformular . Die Videokonferenz kann über einen Link ( https://meet.netzwissen.de/[konferenzname] ) oder aus einem Discourse Thread heraus über einen eigenen Button betreten werden:

Bitte beachten, dass eine Konferenz vorher durch den Gastgeber gestartet sein muss (Gastgeber kommt als erster und verlässt die Konferenz als letzter). Weitere Informationen:

für Gastgeber https://forum.netzwissen.de/t/jitsi-basiswissen-fuer-gastgeber/1473

für Teilnehmer https://forum.netzwissen.de/t/jitsi-videokonferenz-basiswissen/1470

Unglücklich verliebt in die Vergangenheit

Unglücklich verliebt in die Vergangenheit

Die Esslinger Bürgerschaft hat sich mit deutlicher Mehrheit gegen eine Vergrösserung der städtischen Bücherei ausgesprochen. Ursache für das klare Ergebnis ist nicht der Misserfolg der NEUSTART Initiative. Sondern der Erfolg einer Kampagne, die nur auf emotionale Botschaften, Gerüchte und Falschinformationen gestützt war. Der Sekten-artige Populismus der Pfleghof-Nostalgiker wurde unterstützt durch eine grosse Portion Misstrauen, die sich seit den ersten Umzugs-Versuchen 2018 in der Bevölkerung angesammelt hat. Man traut der Verwaltung dieser Stadt und ihren Führungsfiguren schlicht nicht mehr zu, ein solches Projekt im Sinne der Stadtgesellschaft umzusetzen - schon gar nicht bei geringer werdenden finanziellen Mitteln. Dann wählt der schwäbische Bürger lieber ein "weiter so" als einen Neustart.

Ironie am Rande ist, dass dieses "weiter so" in einem Denkmal-geschützten Gebäude-Provisorium am Ende höhere finanzielle Risiken bringt als ein Neustart in einem moderneren Gebäude. Neue Nachteile und eine weitere Baustelle sind für die Nutzer der Bücherei wahrscheinlicher als echte Lösungen. Aber wenigstens hat man das gute Gefühl, der Stadtverwaltung und "denen da oben" eine schallende Ohrfeige verpasst zu haben.

Es würde NEUSTART gut anstehen, wenn man sich trotzdem als guter Verlierer zeigt. Eine Modernisierung der Bücherei braucht auch am alten Standort gute Ideen, Mut und eine kritische Begleitung. Dass Pragmatismus, Mut und Kreativität in dieser Stadtverwaltung keine alltäglichen Kompetenzen sind, hat sie im Umgang mit ihrem eigenen Gebäudebestand und bei anderen Projekten immer wieder gezeigt. Ohne Pragmatismus und Mut, ohne eine kritische Begleitung durch die Bürgerschaft und ohne einen souverän agierenden Gemeinderat wird aus dem Bebenhäuser Pfleghof nur eine weitere endlose Baustelle. Ein "Projekt Bücherei 203x" nach dem grossen Vorbild "Stuttgart 31" und ein "make Pfleghof smaller again" statt "NEUSTART".

Discourse und das Fediverse

Discourse und das Fediverse

Das Discourse Forum forum.netzwissen.de ist mit den dezentralen sozialen Netzwerken im "Fediverse" verbunden. Inhalte in einigen Kategorien werden automatisch im Fediverse und auf Mastodon publiziert. Eine Übersicht über die aus dem Forum föderierten Inhalte bekommt man über Mastodon mit der URL Adresse @forum.netzwissen.de

Hier eine Übersicht der föderierten Kategorien und ihrer Adressen auf Mastodon. Die Kategorien werden hauptsächlich für Ankündigungen und Termine genutzt. Interne Diskussionen finden in nicht öffentlichen Unterkategorien statt, die nur mit einer Benutzeranmeldung sichtbar sind.

Kategorie Thema Fediverse Adresse (für Mastodon und andere)
Esslingen Sammelkategorie für Themen im Stadtgebiet Esslingen, die (noch) nicht in andere Kategorien rein passen. Themen können hier begonnen und später durch einen Moderator anderswo einsortiert werden. @esslingen@forum.netzwissen.de
Freifunk Bereich der Freifunk Community Esslingen @freifunk@forum.netzwissen.de
Linuxcafe Bereich für das Linuxcafe Esslingen @linuxcafe@forum.netzwissen.de
Ankündigungen Ankündigungen zu Diensten, die unter der Domäne @netzwissen.de laufen @neues@forum.netzwissen.de
Energiezukunft ES Austausch-Plattform für Energiewende-Themen in Stadt und Landkreis Esslingen (solare Eigenstromerzeugung, Wärmewende, Windkraft) @energie@forum.netzwissen.de
Dokumentation Discourse Dokumentation rund um Discourse @doku@forum.netzwissen.de
Wiki Wissens-Schnipsel zu Linux, Linux-Desktop, Hardware, Software, Windows, Netzwerk & Cloud, IT-Security, Software-Entwicklung u. Server-Betrieb („DevOps“) mit Schwerpunkt "open source" @wiki@forum.netzwissen.de

 

Änderung auf forum.netzwissen.de

Änderung auf forum.netzwissen.de

Umbenannte Kategorie

Die öffentliche Kategorie @netzwissen wurde in "Ankündigungen" umbenannt. Hier landen technisch-organisatorische Informationen und Blog Beiträge von https://netzwissen.de. Die Kategorie ist öffentlich und kann im Fediverse/auf Mastodon über die Adresse @neuigkeiten@forum.netzwissen.de abonniert werden.

Neue Kategorie Esslingen

es gibt eine neue Top-Level Kategorie "Esslingen". Sie dient als Sammelplatz für Themen, die sich im Stadtgebiet Esslingen abspielen, aber (noch) nicht in andere Kategorien rein passen (z.B. in den privaten Bereich einer bestimmten Community). Neue Themen können hier begonnen und später durch einen Moderator anderswo einsortiert werden. Die Kategorie ist öffentlich lesbar und wird unter @esslingen ins Fediverse/nach Mastodon publiziert. Zum Posten braucht man ein Benutzerkonto.

Wiki

in der neuen Kategorie "Wiki" gibt es eine Sammlung von Informationsseiten mit vorwiegend technischem Charakter. Das WIki besteht aus Wissens-Schnipseln zu Linux, Hardware, Software, Netzwerken und Clouds, IT-Security und Software-Entwicklung („DevOps“), immer mit dem Schwerpunkt "open source". Als Arbeits-Dokumentation ändern sich die Inhalte ständig und ist offen lesbar. Zum Bearbeiten braucht man ein Benutzerkonto.

Chat

Die Chat Einstellungen sind jetzt auch in der Seitenleiste links unter "Kanäle" erreichbar:

Bilder im Text: Karussel-Option

In einen Beitrag konnte man bisher mehrere Bilder einfügen und als Raster darstellen, was Platz spart. Als neue Variante ist die Darstellung in einem Karussel hinzu gekommen:

Sortierung von Inhalten

In der Standardeinstellung "Kategorien" werden die verfügbaren Kategorien in der Mitte und die jeweils aktuellsten Beiträge in der rechten Spalte gezeigt. Die Sortier-Option "heiss" arbeitet noch etwas feinkörniger: hier werden, zusätzlich zum Datum der Veröffentlichung, Kriterien wie die Popularität eines Beitrags (Likes, Reaktionen und Kommentare) und die Aktivitäten in letzter Zeit hinzugezogen.

A-soziale Medien sind überflüssig – man muss es nur wollen

Unter deutschen Politikern und Medienschaffenden herrscht immer noch der (Irr-)Glaube vor, man müsse Präsenz auf den Plattformen der amerikanischen und chinesischen Digital-Oligarchien zeigen. Gängige Argumente sind "alle anderen sind auch da", oder "die meisten Menschen benutzen es". Man glaubt, enorme Follower-Zahlen seien gleichbedeutend mit großen Reichweiten und einer entsprechenden Einwirkung auf die Gesellschaft. Speziell demokratische Politiker wollen mit Ihrer Präsenz auch ein Gegengewicht gegen Hassreden und populistische Märchen-Erzählungen bilden. Und natürlich die digital-affine sogenannte "Jugend" erreichen - gemeint sind wohl alle, die in 2025 keine Fax-Geräte mehr benutzen.

Die folgenden Texte zeigen, dass diese Argumente nicht mehr funktionieren. Die vermeintlich korrigierende Wirkung von Sachinformation auf diesen Plattformen ist eine Illusion. Mike Kuketz fasst die Argumente zusammen, warum "Opposition" die Reichweite verzerrender Positionen, gegen die man kämpft, nur verstärkt. Der komplette Verzicht auf Posts in den kommerziellen a-sozialen Medien oder die gleichberechtigte Publikation in den wirklich sozialen, weil dezentral-demokratisch organisierten Medien des Fediverse sind erfolgreiche Strategien. Und gleichzeitig ein Gewinn für die Glaubwürdigkeit und Wertetreue der eigenen Position.

https://www.kuketz-blog.de/warum-das-argument-man-muesse-in-sozialen-netzwerken-bleiben-um-opposition-zu-leisten-voelliger-unsinn-ist/

Der folgende Artikel auf netzpolitik.org, beschreibt dazu passende Forschungs-Ergebnisse aus der Psychologie. Sie belegen, dass die angeblich sozialen Medien vor allem ein von Empfehlungsalgorithmen und Aufmerksamkeitsökonomie angetriebener Zerrspiegel der Wirklichkeit und der gültigen gesellschaftlichen Normen sind:

https://netzpolitik.org/2025/psychologinnen-warnen-soziale-medien-als-zerrspiegel-der-gesellschaft/#netzpolitik-pw

Der Artikel von Psychologen der New York University aus dem Journal Current Opinion in Psychology ist hier im Original lesbar:

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2352250X24001313

forum.netzwissen.de: Geänderte Registrierung

forum.netzwissen.de: Geänderte Registrierung

Der Ablauf der Registrierung für neue Teilnehmer auf der Discourse Instanz https://forum.netzwissen.de wurde vereinfacht. Neue Teilnehmer können sich selbst registrieren. Der Zugriff auf interne Communities benötigt weiterhin eine separate Freigabe durch eine Moderation (vier-Augen-Prinzip). Der Start beginnt auf https://www.netzwissen.de/diskussion/

  1. Registrierung über den passenden Anmeldelink (Klick auf das Symbol)
  2. Angabe von E-Mail Adresse, Benutzername, Real-Name
  3. Angabe einer Mobilfunknummer (optional, erleichtert den Support)
  4. Auswahl der gewünschten Community
  5. Klick auf “Einladung annnehmen”

Die benutzte E-Mail Adresse wird verifiziert. Die Angabe einer Mobilnummer ist freiwillig, erleichtert aber den Support. Kontaktdaten werden weder innerhalb noch außerhalb der Community geteilt. Anschließend folgt die Prüfung/Freigabe für den Zugang zur gewünschten Community durch einen Moderator („vier-Augen-Prinzip“).

Digitale Teilnahme mit Discourse

Digitale Teilnahme mit Discourse

Warum Menschen einer digitalen Community beitreten und was man tun kann, damit sie bleiben

Der Aufbau einer digitalen Community läuft oft nach demselben Schema ab: zuerst einigt man sich auf ein gemeinsames "Tool". Dann richten alle ihren Zugang ein und die ersten Postings und Antworten werden sichtbar. Allerdings trauen sich die meisten nicht aus der Deckung: Die Mehrheit ist nicht ständig "am Ball" und liest und schreibt nur auf bestimmten Endgeräten. Nur wenige Leute schreiben selbst. Nach einer kurzen anfänglichen Euphorie flacht die Aktivität der Teilnehmer oft schnell wieder ab. Die Anzahl der "Follower" und "schweigenden Mehrheiten" wird häufig drastisch überschätzt: formale Teilnehmer werden mitgezählt, auch wenn sie in Wirklichkeit nichts mehr lesen bzw. wahrnehmen (z.B. weil die Benachrichtigungs-Funktion am Handy gezielt deaktiviert wurde).

Dieser Effekt wird besonders deutlich in Chatgruppen - egal mit welchem "Tool" (WhatsApp, Signal, usw.). Unstrukturierte Informations-Schnipsel werden im Chat schnell dahin getippt. Der fehlende thematische Kontext und die mangelnde Durchsuchbarkeit machen mühsam produzierte Statements zu flüchtigen Text-Seifenblasen. Bei den Lesern kommt dann ein auf Dauer nur noch lästiges Info-Grundrauschen an. Von dem gut gemeinten und für viele Leute nützlichen Denkanstoss eines Schreibers bleibt am Ende nur ein kurzer Info-Blitz übrig, ohne bleibenden Wert und ohne Nachwirkung in der Community.

Die Firma Civilized Discourse Construction Kit Inc. (CDCK) koordiniert die Arbeit der weltweiten open-source Entwickler-Community von Discourse. Der Zweck einer digitalen Community wird selten strategisch definiert und konsequent umgesetzt. Bedürfnisse der Mitglieder und der Nutzen des digitalen Engagements werden nicht ausreichend hinterfragt. Nicht "die Technik" alleine entscheidet, sondern die Psychologie zwischenmenschlicher Kommunikation und Beteiligung in digitalen Räumen und ihr Zusammenspiel mit der richtigen Technik.

Danielle Lloyd von CDCK hat Ergebnisse aus einer Umfrage unter ca. 22.000 Discourse Communities in einem Foliensatz zusammengefasst: es gibt kein einfaches und allgemein gültiges Rezept, damit eine digitale Community stabil und erfolgreich wächst. Ein häufiges Missverständnis: "Technik" und "Tools" sind nicht das wesentliche Element für Erfolg oder Misserfolg. Eine deutsche Fassung des Foliensatzes gibt es hier.

Discourse ist die erste Wahl für die Vernetzung von Initiativen

Discourse ist die erste Wahl für die Vernetzung von Initiativen

Digitale Vernetzung: die Vielfalt der falschen Entscheidungen

In einer Welt mit zunehmend digitalen Kommunikationswegen, flexiblen Arbeitszeiten und Lebensentwürfen und bei hoher Mobilität fragt sich jede Gruppe von aktiven Menschen früher oder später: wie halten wir uns auf dem Laufenden? Wie und wo diskutieren wir über unsere gemeinsamen Interessen abseits von persönlichen Treffen? Wie und wo teilen und speichern wir Informationen und Termine?

Das Internet bietet eine unübersehbare Vielfalt von Möglichkeiten, um den Zusammenhalt von Menschen mit gemeinsamen Interessen zu stärken. Aber die Werkzeug-Auswahl ist nicht einfach. Facebook Gruppen, Instagram und Whatsapp kennen die meisten. Andere schlagen Mailinglisten oder Chatgruppen auf Signal vor, um den US-amerikanischen Digital-Oligarchen ais dem Weg zu gehen. Eine systematische Auswahl anhand konkreter Anforderungen findet selten statt. Stattdessen gewinnt das "Tool", das die meisten kennen oder weil es scheinbar "kostenlos" ist. Dass diese Entscheidung oft zu kurz gedacht, "kostenlos" nicht stimmt und die Vernetzung einer Gruppe nicht nachhaltig verbessert wird - das merkt man erst später.

Warum das bekannteste Tool meist das Falsche ist

E-Mail: unvermeidlich, ungeeignet für Gruppen

E-Mail ist seit ihren ersten Tagen 1971 weiterhin das Mittel der Wahl für die digitale Kommunikation zwischen Einzelpersonen. In großen Verteilern mit vielen Kopien-Empfängern wird sie jedoch schnell unübersichtlich und zu einem recht einseitigen Mitteilungs-Medium ("Newsletter"). Ähnlich wie eine Wurfsendung, die in einem wachsenden Papier-Berg im Briefkasten untergeht oder gleich im (digitalen) Altpapier landet. Die meisten Menschen lesen ihre (private) Mails nur auf einem mobilen oder einem nicht mobilen Endgerät und nicht unbedingt täglich. Der parallele Empfang der Mails auf mehreren Endgeräten (also z.B. Laptop und Handy und Tablet) ist - obwohl technisch möglich - eher weniger verbreitet.

Mailing-Listen: kompliziert, ungeeignet für normale Anwender

Ähnliche Effekte gelten für "Mailing-Listen", also automatisierte Mail-Verteiler: Für Normalanwender ist ihre Bedienung oft kompliziert. Wie bei der E-Mail sind einmal geschriebene Texte nicht mehr korrigierbar und ältere Beiträge verschwinden schnell in der Masse an Nachrichten. Fehlende Schlagworte zur feineren Strukturierung und die eingeschränkte Durchsuchbarkeit machen systematische Dokumentation oder echtes Wissens-Management fast unmöglich. Im Kreis von IT- Profis und bei Software-Entwicklern spielen sie eine Rolle als Nischen-Medium, aber auch nur dort. Für die Masse der "normalen" Internet Anwender sind sie nicht relevant.

Chat Gruppen: Der digitale Stammtisch, den man schnell wieder vergisst

Die meisten Menschen haben ein Smartphone. 80% der Bevölkerung ist täglich online und dann zu mehr als 70% über mobile Endgeräte. Damit sind auch die verschiedenen Messenger Dienste weit verbreitet. Da liegt es nahe, ähnlich wie bei E-Mail und Mailinglisten eine Chat-Gruppe zu nutzen, um eine grössere Gruppe von Menschen zu erreichen. Das ist bequem und man findet schnell eine Gruppe von Teilnehmern. Neben den kommerziellen Platzhirschen und Werbe-Plattformen Whatsapp und Facebook bieten sich Alternativen wie z.B. Threema (vor allem im beruflichen Kontext), Signal oder Telegram und Matrix an.

Alle Messenger-Dienste und damit auch ihre Chat Gruppen sind für kurze und schnell vergängliche Nachrichten konzipiert. Wie die E-Mail werden sie meist nur auf einem Endgerät gelesen. Die Nachrichtenfolge ist chronologisch, die einzelne Nachricht kontext-los. Suchfunktionen oder Archivierung über einen längeren Zeitraum sind nicht möglich. Für echte Diskussionen oder eine Dokumentation sind sie unbrauchbar. Das wird sichtbar, sobald in einer Chat Gruppe zu unterschiedlichen Themen gepostet wird: schnell fehlt die Orientierung und der thematische Kontext. Schon geschriebene Texte werden durch Neues verdrängt, sind nach kurzer Zeit unauffindbar und damit "für die Nachwelt" wertlos.

Bei komplexen Diskussionen und in Gruppen mit vielen Teilnehmern wird der Informationsfluss schnell zu einem strukturlosen "Grundrauschen". Der oft missverständliche Ton der kurzen und isolierten Textschnipsel schreckt Teilnehmer nach anfänglicher Aufmerksamkeit wieder ab. Bei nur wenigen Vielschreibern und vielen Lesern bleibt das Kommunikationsniveau oft auf Bierzelt-Niveau oder tiefer stecken. Auch wenn Teilnehmer formal als Mitleser gezählt werden, bleibt die reale Vernetzungs-Wirkung -häufig unbemerkt- eher bescheiden. Ähnlich wie inflationäre "likes" in den kommerziellen Netzwerken noch keine Aussage über einen Schneeballeffekt und die Breitenwirkung einer Information ("share rate") sind.

Warum Discourse die bessere Lösung für Gruppen ist

Discourse ist eine dezentral betriebene open-source Plattform für Online-Diskussionen, die seit 2013 entwickelt wird. Mit mindestens 22.000 Installationen in Tausenden von Unternehmen sowie in vielen privaten, institutionellen und wissenschaftlichen Initiativen weltweit ist es der "Gold Standard" unter den Diskussions-Plattformen. Es kombiniert Funktionen, die man von klassischer E-Mail kennt, mit sozialen Funktionen (z.B. likes, gamification) und der Optik sozialer Netzwerke. Eine App für Android und IOS erlaubt die Nutzung auf Mobilgeräten, was die Reichweite erheblich erhöht. Auf stationären Geräten wird nur ein Web-Browser benötigt, sodaß alle Betriebssysteme (Windows, Mac, Linux) abgedeckt sind.

Anders als Facebook, Instagram, Tiktok, Bluesky usw. ist Discourse keine geschlossene, kommerzielle Werbeplattform mit Zwangs-Datenabfluss. Die "soziale Komponente" ist kein Nebeneffekt, sondern die Kern-Kompetenz. Discourse ist ein digitaler Ort, der ausdrücklich geschaffen wurde, um die dezentrale Vernetzung von Menschen und ihrer Communities durch kommunikative Qualität und eine moderierbare und kuratierbare Struktur der Inhalte zu unterstützen. Auch die wahlweise automatische Publikation von Inhalten ins Fediverse (ActivityPub, Mastodon) als demokratische Alternative zu US-kontrollierten Werbeplattformen leistet einen Beitrag für die mittelfristig bessere Wahrnehmung in einer digitaleren Welt.

Digitale private Gemeinschaft mit klarer Struktur

Discourse bildet typische Kommunikationswege von Communities in einer gemeinsamen und modernen Web-Oberfläche für alle Endgeräte ab. Je nach Charakter einer Gruppe sind unterschiedliche Abstufungen zwischen einem privaten, geschützten digitalen Kommunikations-Raum und Offenheit für mehr Teilnehmer und mehr Reichweite möglich. Die Kommunikation wird in Kategorien und "Topics" sortiert und ist stets aufs Thema fokussiert. Teilnehmer müssen nicht zwingend durch Anmeldung auf einer Web-Oberfläche aktiv werden, sondern werden automatisch per Mail informiert und können auch per Mail antworten ("pull" und "push" Kommunikation).

Die Kommunikation in Discourse hat - im Vergleich zu Chat-Gruppen - einen eher langsamen und langfristigen Charakter. Texte werden optisch und inhaltlich in aller Ruhe strukturiert, korrigiert und sind auch nach Monaten wieder zu finden. Multi-mediale Inhalte und externe Quellen im Internet (Links, Verweise auf Bilder, Screenshots, Videos) sind integrierbar und fragwürdige Notlösungen wie z.B. Instagrams "Link in Bio" überflüssig.

Die langfristige und Themen-zentrierte Kommunikation wird durch integrierte Chat Kanäle und private Nachrichten für kurzfristige Nachrichten zwischen den Teilnehmern ergänzt. Das Benutzer-Management ist weitgehend selbst-verwaltet, die meisten administrativen Aufgaben komme ohne manuellen Eingriff aus. Die Moderation in grösseren Gruppen und die Kuratierung komplexer Debatten wird wahlweise durch "KI" Funktionsmodule unterstützt, die z.B. automatische Zusammenfassungen von längeren Diskussionsverläufen erstellen können.

Die Discourse Instanz https://forum.netzwissen.de wird als interne Community Plattform von netzwissen.de Thomas Rother in Esslingen betrieben und läuft technisch in einem deutschen Rechenzentrum ("self hosted").

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