Die Beschaffung von Lizenzen der LUCA App durch das Land Baden-Württemberg sollte die
Kontaktverfolgung der Gesundheitsbehörden insbesondere in gastronomischen Einrichtungen
erleichtern. Dies ist insbesondere bei steigenden Inzidenzwerten („vierte Welle“) sinnvoll.
Dieser Ansatz ist gescheitert. Es darf keine weiteren Steuergelder für privatwirtschaftliche
Digitalprojekte geben, deren Nutzen zweifelhaft ist. Die Landesregierung muss Ressourcen für
digitale Lösungen frei machen, die wirklich funktionieren und auf den Einsatz der Check-In-
Funktion der Corona Warn App (CWA) setzen.

Die zahlreichen Probleme, die im praktischen Einsatz der LUCA App bundesweit aufgetreten
sind, zeigen, daß der Praxistauglichkeit der Anwendung sehr begrenzt ist. Schwerwiegende
fachliche Mängel und geringe Support-Qualität führen zu mangelhafter Akzeptanz und
Schwierigkeiten bei der Integration mit anderen digitalen Lösungen. Durch Defizite in den
Bereichen IT-Sicherheit und Datenaustausch entsteht zusätzlich ein hohes Risiko des
Datenmissbrauchs sensibler Gesundheitsdaten sowie von eingeschleppten
Sicherheitsproblemen in den Gesundheitsbehörden.

Mit der seit Mai 2021 verfügbaren Check-In-Funktion der Corona Warn App (CWA), die im
Auftrag des Robert Koch Instituts entwickelt wurde, existiert eine sichere und eingeführte
Alternative auf derzeit 32 Millionen Endgeräten. Das dortige Cluster Tracing erlaubt eine
anonymisierte und Daten-sparsame Rückverfolgung von Infektionsketten. Etwa eine habe
Million freiwillige Infektions-Meldungen zeigen, dass dieser Ansatz gut funktioniert. Dieser Weg
wird auch von Seiten der Wissenschaft favorisiert (siehe Diskussionspapier der Leopoldina).